FRAGEN UND ANTWORTEN
Fotos: René Groebli

Buchedition "50 Fragen - 50 Antworten" über Werk und Teamarbeit von Mutter und Tochter, 1995; signierte und nummerierte Vorzugsnummern als Buchobjekte befinden sich u.a. in der Bibliothek Kunsthaus Zürich und in der Graphischen Sammlung der Schweizer Nationalbibliothek Bern.



Textauszüge einiger Fragen

Ihr seid ein Künstlerinnenpaar Mutter-Tochter. In welchem Verhältnis steht Ihr zueinander?

Zwei Chefinnen — ein Werk.

Wie schafft Ihr dies?

Wir gehen ohne Rücksicht auf Verluste einen eigenen Weg; auf eigene Rechnung, mit der Maxime: "Zwei sind stärker". .........

Welche ist besser, Mutter oder Tochter?

Jede behauptet: Die Andere.
Fotos: René Groebli

Was schätzt Ihr besonders an Eurer Zusammenarbeit?

Unser gemeinsames künstlerisches Ziel. Da uns Einzelkarrieren nicht interessieren, besteht kein Konkurrenzkampf.

Was bringt Euch die Zusammenarbeit?

Wir feuern uns gegenseitig an. So wird die Arbeit spannender und aufregender. Anstatt einander zu verletzen, Fähigkeiten zu hemmen, steigern wir gegenseitig die individuellen Qualitäten.

Wo kauft Ihr Eure extravaganten Kleider?

Unsere Kleider gehören zu unserer Kunst, sind Eigenkreationen und selbst hergestellt.

Spielt Ihr bewusst eine Aussenseiterrolle?

Nein. Die Position als Künstler determiniert uns in der Gesellschaft zu Aussenseitern. Ein Künstlerleben ist unkonventionell, durchdrungen von Abenteuergeist und absolut unmaterialistisch.
Fotos: René Groebli

Weshalb das Experiment der selbstgewählten Abstinenz vom Ausstellungsbetrieb von 1992 - 1994 und seit 1998?

Wir wollten arbeiten, nur arbeiten: Ohne Radio, ohne Tageszeitung, ohne Fernsehen, ohne Auftragsdiktat, ohne Rentabilitätsfrage, ohne Ausstellungstermine.

Welche von Euch kam auf die Idee dieser radikalen Wende und der Zerstörung der Werke?

Beide.

Warum immer die Farbe Weiss?

Schon in unserer Kindheit war bei beiden Weiss die Lieblingsfarbe und sie wurde DIE Farbe unseres Lebens, ohne religiöse, esoterische oder politische Intensionen. über Weiss als Summe aller Farben liesse sich endlos diskutieren, philosophieren oder gar spekulieren. In der Fachliteratur lassen sich zum Beispiel über sechzig unterschiedliche Bezeichnungen für Weiss finden. Von Alabasterweiss über Polarweiss, Blütenweiss, Opalweiss bis hin zu Ecru, dem Wollweiss usw...

Weshalb werden Eure Werke im Laufe der Jahre umfunktioniert und meditative Räume immer wieder auf- und abgebaut oder zerstört?

Zur Kunst der Moderne, der auch wir verpflichtet sind, gehört die Dynamik des extrem schnellen Wandels.


Foto: René Groebli